Verschleißeigenschaften nach EN ISO 10545-7


Alle Bodenbeläge sind dem Verschleiß ausgesetzt. Dieser hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:

• von der Benutzungsfrequenz
• von den Verschmutzungs- bzw. Reinigungsbedingungen (Menge des Straßenstaubes mit Quarzanteilen, 
   Art und Intensität der Schuhreinigung)
• von der Art der Begehung (Geradeaus- oder Drehweg)
• von der Härte der Glasur
• von der Dicke der Glasurschicht
• vom Glanzgrad der Glasur (matt, halbmatt, glänzend)
• von der Farbe und dem Helligkeitsgrad der Glasur.

Im Normalfall wird der Verschleiß von Bodenbelägen durch Sand- und andere Schmutzpartikel verursacht, die an den Schuhsohlen haften und bei Geh- und Drehbewegungen wie Schmirgel unter hohem Druck wirken. Bei Hartbelägen aus natürlichen Werkstoffen werden Verschleißerscheinungen der Oberfläche meist nicht als abträglich empfunden, solange ihre Funktionsfähigkeit erhalten bleibt.

Unglasierte Feinsteinzeugfliesen nach EN 14411, Gruppe BIa haben einen Verschleißwiderstand, der zu den höchsten aller Bodenbeläge gehört. Auch nach jahrzehntelanger intensiver Beanspruchung ist eine Abnutzung dieses homogenen Materials kaum erkennbar.

Fliesen aus glasiertem Steinzeug und Feinsteinzeug nach EN 14411, Gruppe BIa, BIb zeichnen sich durch ihre besonders pflegeleichte Oberfläche aus. Deshalb und wegen der Vielfalt ihrer Farben und Formen sind sie so beliebt.

Regelmäßig gereinigte und für den jeweiligen Anwendungsbereich zweckmäßig ausgewählte Fliesen aus glasiertem Steinzeug oder Feinsteinzeug haben eine lange Lebensdauer.

Kratzende Stoffe, etwa Schmutzbeimengungen von Quarzsand, führen im Laufe der Zeit allerdings zu einer Glanzminderung oder zu einer gewissen
Aufrauung der Oberfläche. Solche nutzungsbedingte Veränderungen können, da sie die Gebrauchseigenschaft der Fliesen nicht beeinträchtigen, nicht Gegenstand von Beanstandungen sein.

Um einem vorzeitigen Oberflächenverschleiß vorzubeugen, sind an allen Hauseingängen großflächige Fußmatten oder andere geeignete Schmutzschleusen anzubringen.

Der Oberflächenverschleißwiderstand ist nicht bei allen Glasuren gleich. Deshalb sind die glasierten Steinzeugfliesen in 5 Gruppen unterschiedlicher
Belastbarkeit, die "Abriebgruppen" 1 bis 5, eingeteilt und entsprechend gekennzeichnet. Die Bestimmung der Abriebgruppe erfolgt nach EN ISO 10545-7.

Aus der nachstehenden Einteilung ersehen Sie, welche Abriebgruppen für welche Anwendungsbereiche empfohlen werden.

An extrem beanspruchten Stellen - und das gilt für alle Anwendungsbereiche - sind vom Gesamtbild abweichende Oberflächenveränderungen nicht auszuschließen. In Grenzfällen empfiehlt es sich daher, die Fliese der nächsthöheren Beanspruchungsgruppe zu wählen. Selbstverständlich können natürlich auch Fliesen höherer Abriebgruppen in Bereichen mit geringeren Anforderungen verlegt werden.

Abriebgruppe 1
Sehr leichte Beanspruchung

Bodenbeläge in Räumen, die bei niedriger Begehungsfrequenz ohne kratzende Verschmutzung mit weich besohltem Schuhwerk begangen werden. Beispiele: Schlaf- und Sanitär räume im privaten Wohnbereich. Fliesen der Abriebgruppe 1 werden von Villeroy&Boch nicht hergestellt.

Abriebgruppe2
Leichte Beanspruchung
Bodenbeläge in Räumen, die bei niedriger Begehungsfrequenz unter geringer kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden. Beispiele: Privater Wohnbereich, außer Küchen, Treppen, Terrassen, Loggien.

Abriebgruppe3
Mittlere Beanspruchung

Bodenbeläge in Räumen, die bei mittlerer Begehungsfrequenz unter kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden Beispiele: Gesamter Wohnbereich mit Bädern, Dielen, Fluren, Balkonen, Loggien, ausgenommen Küchen; Hotelzimmer und -bäder; Sanitär- und Therapieräume in Krankenhäusern.

Abriebgruppe 4
Stärkere Beanspruchung
Bodenbeläge in Räumen, die bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk in Bezug auf die Verschmutzungs- und Belastungshäufigkeit intensiver beansprucht werden. Beispiele: Eingänge und Küchen im Wohnungsbau, Terrassen, Verkaufs- und Wirtschaftsräume, Büros, Hotels, u.Ä.; Böden in Schulen, Verwaltungsgebäuden, Krankenhäusern usw.

Abriebgruppe 5
Starke Beanspruchung
Für Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr stehen die Fliesen der Abriebgruppe v zur Verfügung, die einen sehr hohen Verschleißwiderstand aufweisen. Beispiele: Friseurläden, Bäckereien, Imbissstuben, Eingangshallen für Hotels und Banken, Restaurants.

Stärkste Beanspruchung
Für extrem beanspruchte Anwendungsbereiche mit hoher Benutzerfrequenz und zu er wartendem hohem Oberflächenabrieb / -verschleiß – z.B. vor Ladenkassen und in Eingangsbereichen von Passagen empfehlen wir die Verwendung von unglasiertem Feinsteinzeug, dieses zeichnet sich durch eine außergewöhnlich hohe Abriebfestigkeit aus.

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