Umwelt-Engagement – Verantwortung für die Zukunft
Der Schutz der Umwelt ist eine Aufgabe, die Villeroy & Boch auf vielen Ebenen aufgreift, mitunter auch dort, wo es zunächst um Kunst geht. Für die WWF-Initiative „Global 200“ wurde in der Mosaikfabrik ein von dem Künstler Stefan Szczesny entworfenes Keramik-Puzzle hergestellt. Es sind 8 x 3 Meter große Tafeln, die mit 137.000 Elementen das größte Keramik-Puzzle der Welt darstellen und Teil des WWF Pavillons auf der „Expo 2000“ in Hannover waren.
Ziel der WWF-Initiative ist der Schutz von weltweit über 200 bedrohten Ökoregionen. Wer 100 € hierfür investiert, wird mit seinem Namen in einem der Puzzle-Steinchen eingetragen. 22.280 Namen kann man inzwischen auf dem künstlerischen Keramik-Puzzle nachlesen, das heute im Park der Alten Abtei in Mettlach steht. Das heißt: weit über 2 Mio. € hat das WWF inzwischen allein durch das „Living Planet-Puzzle“ für sein Projekt erhalten.
Industrie und Umweltschutz bilden bei dem 1748 gegründeten Unternehmen keinen Gegensatz. Vielseitiges ökologisches Engagement und eine an Nachhaltigkeit orientierte Ausrichtung wurzeln hier in einer langen Tradition. Innovationen im Produktionsbereich (Energieeffiziente Ofentechnik um 1830), im Sozialbereich (Arbeiter-Sozialversicherung um 1820), in Land- und Fortwirtschaft (Wald-Nutzungssystem um 1850) sind Beispiele des frühen Einsatzes für die Umwelt und der Verantwortung für künftige Generationen.
Umwelt-Management
Heute stehen prozessintegrierter Umweltschutz, umweltfreundliche Produkte und umweltbezogene Forschungsprojekte im Mittelpunkt des Umwelt-Engagements von Villeroy & Boch. Ein zentrales Umwelt-Management in Mettlach steuert alle umweltrelevanten Prozesse der 24 Werke und analysiert in quantifizierter Form die diesbezüglichen Daten. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Energie- und Rohstoffeffizienz, die Ressourcenschonung durch Verbesserung im Produktionsprozess, im Besonderen die Reduzierung der Abwasserbelastung und der Emission von CO2 in allen Prozess-Schritten.
Auch die Rolle jedes einzelnen Mitarbeiters zählt. Daher fördert der Konzern Eigenverantwortung und Engagement für die Aspekte des Umweltschutzes im eigenen Arbeitsbereich und darüber hinaus.
Prozessintegrierter Umweltschutz
Umweltschutz beginnt bereits in der Entwicklungsphase. Besondere Bedeutung kommt dem Produktionsprozess selbst zu. Der Einsatz moderner Technologien ermöglicht es teilweise, die Nachsorgestrategien (wie Kläranlagen, Chemikalien-Einsatz, Filter usw.) gar nicht in Anspruch zu nehmen.
Mit dem Ziel der Prozessoptimierung hat Villeroy & Boch neue energie- und wassersparende Formmaterialien entwickelt, die die herkömmlichen Gipsformen ersetzen. Umweltrelevanz besitzt auch die Druckguss-Technologie, mit welcher die Sanitärproduktion und seit einigen Jahren auch der Tischkulturbereich ausgerüstet wurde. Denn die neuartigen Kunststoff-Formen, die beim Druckguss zum Einsatz kommen, erlauben ein wesentlich häufigeres Gießen und der Trocknungsprozess entfällt völlig. Auf diese Weise werden weniger Formen entsorgt, es wird weniger Deponieraum beansprucht, der Transport reduziert und vor allem sind erhebliche Energieeinsparungen möglich.
Durch modernste Umwelttechnologie im Bereich des Abwasserreinigungs-Systems ist es am Standort Mettlach 2007 gelungen, innerhalb von einem Jahr die Abwassermenge in die Saar von 407.000 m³ auf 230.000 m³ zu reduzieren – ohne Reduzierung der Produktionsmenge. Auch durch Implementierung modernster Umwelttechnologie in den Produktionsprozess selbst ist eine effiziente Rückgewinnung von Rohstoffen aus dem Abwasser möglich. So zum Beispiel in Mettlach, wo neueste Mikrofiltrations-Technologie zur Rückgewinnung von sortenreiner Glasursuspension eingesetzt wird.
In der Sanitärkeramikfertigung in Mettlach konnte trotz angestiegener Produktion durch ein intelligentes Konzept der CO2 - Ausstoß deutlich verringert werden. Im Ergebnis wurden bei der Wärmeerzeugung für Trocknungsprozesse ca. 2.500 t CO2 innerhalb von drei Jahren eingespart.
Umweltfreundliche Produkte
Das Verbraucher-Interesse richtet sich vor allem auf umweltfreundliche Produkte, durch die der Einzelne einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten kann.
Ressourcenschonung und Energieeffizienz bzw. -Einsparung sind ihm besonders wichtig. Das zum Villeroy & Boch Konzern gehörende schwedische Werk Vargarda beispielsweise konzipierte die Armaturenserie Nautic, mit der pro Jahr rund 44 % der Energie eingespart wird, die andere Armaturen aufwenden. Sie lässt sich so einstellen, dass das vom Konsumenten gewünschte Temperatur-Limit niemals überschritten wird. Auch die ästhetisch anspruchsvollen Einhebelmischer Cult und Circle bringen durch Einsatz einer Kartusche den gleichen Effekt der Wasser- und Energieeinsparung.
Eine dominierende Rolle spielt die Reduzierung des Wasserverbrauchs bei Toiletten. Villeroy & Boch gehört zu den ersten Herstellern wassersparender 4,5 Liter WCs (Aquareduct) und setzt nun auch Maßstäbe im Bereich der Urinale. Ein innovatives „Absaugformstück“ reduziert die übliche Spülmenge von 2 bis 3 Litern auf 0,8 Liter. Und diese Entwicklung geht weiter.
Auch die Pflegeleichtigkeit eines Produkts spart Wasser und den Einsatz aggressiver Reinigungsmittel. In einem Innovationsprojekt hat Villeroy & Boch die Keramikoberfläche CeramicPlus entwickelt, die bei allen Sanitärprodukten diesen ökologischen Mehrwert bietet.
Ein entscheidendes Umwelt-Kriterium für fast alle keramischen Produkte ist die bleifreie Glasur, die bei Villeroy & Boch im Sanitär- und Geschirrbereich seit Jahren Standard ist. Bereits vor 15 Jahren gelang es den Forschern des Unternehmens, auf der Basis von umweltfreundlichen Alkali-Bor-Silikatglasuren (ABS) eine bleifreie Alternative für Sanitärkeramik zu entwickeln, ohne Qualitätsansprüche zu vermindern.
Um weitere Umweltbezogene Innovationen zu entwickeln und in die Prozesse zu implementieren, wird bei Villeroy & Boch intensiv geforscht. Eine Reihe von Forschungs-Projekten wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Hierzu gehört das „Komplett“-Projekt mit Partnern aus unterschiedlichen Branchen (Anlagenbau, Steuerungstechnik usw.), dessen Leitung Villeroy & Boch übernommen hat. Es handelt sich umeinen neuartigen Ansatz zur Schließung von Wasser- und Stoff-Kreisläufen, eine Schlüsseltechnologie sowohl für Industrienationen wie auch für Länder, deren Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Im Rahmen dieses Projekts werden Abwasser-Ströme so aufbereitet, dass unter Berücksichtigung der Wasserqualität eine effiziente Wiederverwertung gewährleistet ist. Teil dieses „Komplett“-Projekts sind Wassersparsysteme und spezielle Sanitärkeramiken mit hygienisierender Wirkung, die bei Villeroy & Boch entwickelt wurden.
Zertifizierungen
Das Werk Vargarda erlangte eine Zertifizierung nach ISO 14001 und wurde zugleich erfolgreich nach EMAS* validiert. Darüber hinaus wurde dieser Standort von der EU-EMAS Commission mit dem EU EMAS Award als Gewinner ausgezeichnet. Die internationale Jury würdigte mit dieser Auszeichnung das exzellente „Abfall-Management“ mit effizienter Reduzierung von Abfällen sowie Material-Rückgewinnung. Im Sanitärkeramik-Werk in Mettlach wird zur Zeit ein integriertes Managementsystem bis Herbst 2008 eingerichtet: Das existierende Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 wird um das Umwelt- und Arbeitsschutzmanagementsystem erweitert, nach ISO 14001, nach EMAS und OHSAS 18001**.
* Eco-Management and Audit Scheme
** Occupational Health and Safety Assessment Series –
Management System für Arbeitsschutz und Gesundheit.







